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Südafrika – Tag 15 – Monkey Land und Autorückgabe

Der Tag heute steht ganz im Zeichen der Abreise. Koffer packen, die vor uns hergeschobenen Postkarten schreiben und das Auto säubern.

Morgen früh um sechs sitzen wir schon im Auto auf dem Weg zum Flughafen.

 

Während des Frühstücks lernen wir noch ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden kennen, die uns erzählen, dass beide schon zweimal überfallen worden wären, aber trotzdem immer wieder kommen.

Während ich so unsere Erlebnisse schildere, merke ich, wie ich anfange zu schwärmen, von einem Land, das wir gerade mal seit etwas mehr als zwei Wochen bereisen.

Ein reger Austausch, der uns völlig die Zeit vergessen lässt. Somit ist dieser Tag auch wieder nur ein halber, denn das Auto muss um 18:00 Uhr bereit sein für die Abgabe.

 

Also müssen wir umdisponieren.

Die restliche Zeit kann man nicht mehr sinnvoll für eine größere Tour nutzen, also entschließen wir uns für einen Besuch beim Monkey Town.

Einer kleiner Zoo mit einer großen Vielfalt an Affen. Durch das übersichtliche Areal führt uns ein Weg, überdacht mit verwachsenem Maschendraht, der das Ausbüxen der hier frei rumlaufenden Affen einschränkt.

Am Gehege der Schimpansen verbringen wir eine geraume Zeit mit Beobachten und Träumen.

Soll es das schon gewesen sein? Gerade erst angefangen und nun ist alles schon wieder vorbei?

 

Am Ausgang belauert uns ein eine kleine Meute von Lemuren, die sich magisch von Saskias Haaren angezogen fühlen.

Alsbald hocken abwechselnd Affen auf dem Kopf oder auf der Schulter. Saskia ist für den Moment der Star für die Affen, ich habe mit Glatze nichts zu melden.

 

Anschließend fahren wir dann in das Industrieviertel von Somerset West und suchen eine Autowaschanlage. Aber die Suche endet mit der Feststellung, dass es so was hier nicht zu geben scheint ‒ oder wir sie einfach nicht finden können.

Aus dem Auto heraus spreche ich jemanden an, der uns dann doch weiterhelfen kann.

Kurze Zeit später landen wir auf einen Hinterhof. Um uns herum stehen viele schrottreife LKW, die vor sich hin rosten, herrenlose Überbleibsel aus besseren Tagen.

 

Aus einer gegenüberliegenden Garage kommt ein Mann auf uns zu. Langsam im ruhigen Schritt, ohne Hast oder eine Spur von Hektik.

Blondes Haar, gut genährt, Mitte 50. Gekleidet in einer blauen Latzhose und weißem Poloshirt.

Was denn unser Wunsch wäre, will er kurz darauf von uns wissen.

Als wir ihm offenbaren, dass wir den Wagen reinigen lassen wollen, grinst er und bittet uns in sein Büro.

Das Auto fährt einer seiner Angestellten in die Waschgarage.

Während wir Kaffee schlürfen, erzählt er ein wenig über sich und merkt an, dass wir wohl aus Deutschland kommen, mein Englisch hat mich verraten.

Wir erfahren, dass George aus Australien kommt und hier seit über 10 Jahren wohnt, weil Australien zu langweilig wäre. Er betreibt neben seinen Autowaschservice noch ein Gamereserve, wo bereitwillige Kunden Großwild abknallen können.

Eine nette Type. Er lädt uns auch ein, zu ihm zu kommen, was aber leider nicht mehr hinhauen wird, da wir morgen fliegen. Schade.

Etwas schnippisch merkt er an, dass es völlig unüblich sei, das man hier einen Mietwagen reinigen lässt.

 

Beim Betreten der Garage putzen neun (!) Schwarze unser Auto. Zwei im Innenraum mit Staubsaugern und Lappen, die anderen mit Dampfstrahlern.

Anschließend wird von Hand poliert und gewachst.

 

Das Ergebnis überzeugt restlos!

 

Nach Austausch von E-Mail und Adressen verabschieden wir uns aufs Herzlichste. Kurze Zeit später sind wir wieder im Hotel, denn wir haben bis kurz vor 18:00 Uhr Zeit, das Auto zurückzugeben.

 

Inzwischen haben wir es 18:30, aber keiner ist da, der das Auto anholen will.

Ich bestelle mein erstes Bier.

 

Um 19:00 Uhr rufe ich bei der Autovermietung an und rückversichere mich, dass heute auch wirklich noch jemand kommt und das Auto abholt.

Die Zusage am Telefon beruhigt mich.

Ich bestelle mein zweites Castle Bier.

 

Beim dritten Bier haben wir es bereits 19:40 Uhr, aber noch immer keiner da. Verdammt, so langsam werden wir ungeduldig.

 

Nach dem vierten Bier haben wir es bereits 20:08 Uhr. Natürlich ist keiner da.

 

Ich tätige den zweiten Anruf. Aja, der Fahrer wäre jetzt unterwegs.

 

Beim fünften Bier haben wir es 20:30 Uhr.

 

Um ca. 20:40 Uhr kommt er dann. Stellt ein Sixpack auf den Tisch, entschuldigt sich für die Verspätung, und meint furztrocken, bei dem Wetter konnte er einfach nicht von seinem Surfbrett runter.

OK, denke ich mich mir, Junge, Du hast Stil.

Wir spülen das Sixpack herunter, und übergeben anschließend die Karre.

 

Die entstandenen Kratzer und das einer der elektrischen Fensterheber eingedrückt sind, merkt er nicht; soll uns recht sein.

Wahrscheinlich war er verwundet, dass das Auto so sauber war.

 

Diesen Abend schlafe ich sehr gut …

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