Rhodos 2015

Eine Geschichte über die Katze

Ok, ich gebe zu, ich bin kein sonderlicher Freund von Katzen. Wahrscheinlich wird sich das auch nicht ändern.

Angefangen hatte das schon, als mein Bruder einmal die Katze eines Nachbarn auf dem Fenstersims im zweiten Stock eingesperrt hatte. Die Katze gehörte „Pickelgesicht“, so wie mein Vater den Nachbarn über uns nannte.

Mein Vater hatte schon immer witzige Ideen, wie man Leute mit einem eindeutigen Spitznamen zu identifizieren wusste.

Ich kann mich da an einen Klassenkameraden erinnern, der auch seinen Spitznamen zugewiesen bekam.

Nach seinem ersten Besuch bei uns, ich war aber nicht da, sagte mein Vater abends, ich hätte Besuch von „Bulldogge“ gehabt.

Hä? Bulldogge? Zugegeben, das passte einfach, weil sein Habitus echt Ähnlichkeiten mit einer Bulldogge aufwies. In Erinnerung ist auch die Aussage geblieben, dass, wenn der mal keinen Job hätte, er immer noch als Wachhund arbeiten könnte…

Sobald ich an diese Geschichte denke, oder sie erzählen muss, kann ich vor Lachen nicht mehr.

 

Die Katze war ähnlich wie ihr Besitzer ziemlich hässlich und eigen. Das war wohl damals Grund genug, die Katze im Winter sich selbst zu überlassen. Die Katze pisste liebend gerne auf unseren Teppichläufer, was besonders meine Mutter oft an den Rand der Verzweiflung brachte.

Wir wollten der Katze wohl so beibringen, woanders ihr Geschäft zu verrichten. Ob es Erfolg hatte?

Gute Frage, ich weiß es nicht mehr.

Und warum erzähle ich das überhaupt, wo es doch inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte her ist?

Nun, die Sache ist eigentlich ganz einfach.

 

Heute Morgen saß ich im Restaurant und aß mein Brötchen. Soweit erst mal nicht wirklich spannend, zugegeben.

Das Restaurant hat drei, nennen wir es mal Windöffnungen, zu denen man an den Pool, oder auf den Spielplatz gelangt. Der Durchzug sorgt für gute Durchlüftung und angenehmes Klima im Restaurant.

Links neben dem rechten Durchgang befindet sich der Spielplatz, dahinter eine Tür, die in die Küche führt und ein Verschlag aus Brettern, hinter dem vermutlich etwas eingelagert wird. Hatte jetzt keinen Elan, das zu ergründen.

Also ich schaue, während ich genüsslich auf meinem Brötchen kaue, auf den Spielplatz, auf dem auch die vermutlich hoteleigenen Katzen tollen. Ein paar Babykatzen mit ihren Müttern sind schon die Tage über gerne nahe Spielplatz und Restaurant.

Ein paar der Katzen müssen wohl gerade sterilisiert worden sein. Zumindest deutet das eine Narbe an. Rund um die Narbe wurde das Fell rasiert.

 

Aber jetzt mal zurück zum eigentlichen Thema.

Wo war ich? Ach ja, das leckere Brötchen usw.

Während ich also genüsslich Kaue, kommt eine der Katzen angelaufen, scharrt ein Loch, platziert den Hintern darüber macht einen Buckel und fängt an zu kacken.

Ja, genau, während ich esse. Mjam, Mjam

Irgendwie entspannt die Katze dabei. Ein mehrmaliges aufbäumen und Buckel machen, schüttelt den letzten Rest aus dem Darm.

Dann wird das Loch zugescharrt. Natürlich darf das schnüffeln nicht fehlen.

Das wiederholt sich dann noch einmal mit einer Schwarzweißen Katze.

Beinahe ästhetisch, wie Katzen kacken.

 

Auch nach diesem bildhaften Einblick in die Welt der Katzen bin ich noch immer kein Katzenfan.

Die Babykatzen sind aber schon süß 🙂

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