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Gran Canaria – Tag 12 – Heimreise….

Inzwischen sind wir den 12. Tag auf der Insel – von ursprünglich geplanten sieben.

Dank meines Arbeitgebers kann ich auch diesen letzen Tag in Ruhe verbringen.

DANKE!

Um kurz vor 11 Uhr erreichte uns ein Anruf von Alltours: „Hallo, Herr Schober, wollen Sie heute nach Hause fliegen?”

Im ersten Augenblick wusste ich keine rechte Antwort, außer einem trockenen: “Ich muss.”

Nach ein paar weiteren Minuten ist alles geklärt. Abflug ist um 16:20 Uhr.
Das Ziel heißt Frankfurt Main.

Ein wenig wehleidig packen wir ein letztes Mal alles zusammen. Ich denke: Das war’s nun wirklich!

Um 11 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Rezeption, um die Schlüsselkarte neu codieren zu lassen. Eine kleine Schlange lässt mich ahnen, dass wir entweder neue Gäste im Hotel haben – oder noch einige bleiben müssen.

Nur in Badehose, mit Handtuch und Etienne, der auf den Schultern sitzt, warte ich geduldig. Gedanklich bin ich gerade ganz woanders.

Mein Traumblase zerplatzt plötzlich, als mich ein stechender Schmerz vom rechten Wadenbein erreicht. Ich möchte schreien. Der Schrei erstickt.

Mein Blick wandert nach rechts. Ein älterer, graumelierter Herr donnert ohne Rücksicht auf Verluste an mir vorbei. In diesem Moment realisiere ich, das der gute Mann mir voller Wucht seinen Wagen in das Wadenbein gerammt hat. Während ich noch versuche, den Schmerz zu ignorieren, zieht der Mann mit einem dummen Grinsen an mir vorbei.
Da ich gut erholt bin, erspare ich mir weitere Schritte …

Nun stehe ich etwas hilflos da und sehe zu, wie das Blut aus der klaffenden Wunde quillt und sich einen Weg in Richtung Knöchel bahnt.

Nachdem auch das Neucodieren der Schlüsselkarte erledigt ist, beginnen die letzten Stunden auf der Insel.

Dank Carlos, dem Rezeptionisten, dürfen wir noch bis 14Uhr auf dem Zimmer bleiben. Die gepackten Koffer stehen nun in Sicherheit im Bungalow. Saskia nutzt die Zeit, um sich noch ein wenig zu sonnen, während ich mit Etienne im Pool herumalbere.

Um 13:50 Uhr finden wir uns im Rezeptionsbereich ein und warten auf den Bus. Um 14.20 Uhr warten wir noch immer. Meine innere Ruhe verliert langsam, aber stetig an Kraft. Nach einem weiteren Telefonat erfahre ich, dass der Bus auf dem Wege wäre, aber länger bräuchte, da er aus “Mogán” kommen würde. Nach ein paar weiteren Minuten steht er dann plötzlich vor der Tür.

OK – die erste Hürde ist genommen. Die innere Ruhe kommt zurück.

Der Bus parkt vor dem Airport. Alles wirkt unscheinbar, beinahe verdächtig ruhig. Die Alltours Reiseleitung bittet all die, die einen früheren Abflugtermin hatten, sich bei ihr zu melden. Saskia übernimmt diesen Part, während Etienne und ich die Koffer im Auge behalten.

Im Inneren des Flughafens bietet sich uns ein ganz anderes Bild. Menschmassen, soweit das Auge reicht.

Von den über 50! Flugschaltern ist keiner geschlossen. Warteschlangen so weit die Augen reichen. Mein Blick schweift zuerst nach rechts. Zielstrebig bewege ich das Gepäck an den nächstbesten Condor Flugschalter. Während ich hier darauf warte, dass wir einchecken können, ist Saskia mit Etienne am Condor Infoschalter.

Wir erhoffen uns von dort eine Auskunft drüber, was mit unseren veralteten Flugtickets passiert. Während ich so warte, höre ich Etienne lautstark lachen – und sehe, wie Saskia ihm hinterherrennt. Kurze Zeit späte steht sie leicht entnervt neben mir und übergibt mir den Jungen, weil dieser immer ausbüchst. Somit darf Sie sich erneut anstellen.

Da stehe ich also. Mit drei Taschen, meinem kiloschweren Kamerarucksack und dem Kleinen zwischen einer Masse von Menschen und sehne mich jetzt schon nach einem sicheren Platz im Flugzeug. Am Condor Infoschalter hat niemand eine Ahnung. Also weiter warten. Noch ist offen, wie das alles ausgeht.

Vor uns wartet ein älteres dänisches Ehepaar, die erst nach Frankfurt fliegen und von dort aus dann weiter wollen. Die Beiden sind angenehm entspannt. Während wir ein wenig plaudern, unterhält unser Sohn die Leute um mich herum.

Jetzt sind nur noch die Dänen vor uns. Da tritt eine der Damen vom Flugschalter plötzlich nach vorn. Sie stellt sich gut sichtbar zwischen die beiden Flugschalter und bittet alle Fluggäste mit dem Flugziel Frankfurt, nach vorne zu kommen.

Wie aus dem Nichts entspringen der Menge fluchtartig, wie von der Tarantel gestochen, einige Leute aus ihrer Warteposition in den hinteren Reihen. Sie versuchen, sich nun vor uns einzureihen. Mit einem energischen, lautstarken “Stopp” schiebe ich mich in die “Poleposition”.

Schier endlos lang scheinen die Minuten zu vergehen, bis wir endlich die neuen Tickets in der Hand halten. Nun fehlen nur noch die Personenkontrolle und das Durchleuchten des Handgepäcks.

Um die Menschenmassen zu bändigen, ist der Weg in Richtung “Gates” angelegt wie ein Irrgarten. Wie eine Schaar Ameisen bewegen wir uns in Tippelschritten zum nächsten Ziel.

Auf einem aus Tischen errichteten Rechteck stehen Hunderte von Plastikschalen. Jeder Passagier enthält eine entsprechende Schale und läuft mit dieser in Richtung Security Checkpoint. Hier entledigen wir uns des Inhalts unserer Hosentaschen und übergeben alles zusammen mit den Rucksäcken der Röntgenmaschine.

Die Flughafenmitarbeiter sind sehr zuvorkommend und freundlich. Von dem Stress, der sicherlich durch jede Zelle ihres Körpers strömt, ist nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Ich biete meine Muffins an – und gemeinsam lachen wir herzhaft.

Das Einchecken ist eine Sache von Minuten.

Als ich endlich im Flugzeug sitze, fühle ich mich angenehm entspannt und erleichtert.

Der Rückflug ist etwas besonders. Die komplette Crew besteht nur aus Männern. Das hatten wir noch nie.

Terminiert für den Abflug war 16:20 Uhr. Gestartet sind wir dann ca 17:00 Uhr.

Die nächsten Stunden begegnen wir ständig Flugzeugen, die unsere Route queren. Es ist ein imposantes Schauspiel, wenn sich die Kondensstreifen kreuzen und nach kurzer Zeit in nichts auflösen.

Die Wolkenformationen bilden in der untergehenden Sonne ein unglaubliches Farbenspiel. Die Sonne wärmt mein Gesicht und ich will noch gar nicht so recht glauben, dass der Urlaub wirklich schon zu Ende ist.

Ein Highlight ist der Flug über das Montblanc-Massiv. Die Alpen sehen von hier oben im Abendlicht fantastisch aus. Der Schnee und die Gletscherhänge leuchten in einem satten tiefen orange-rot.

Ein Schauspiel, das ich nie beobachten konnte: Die untergehende Sonne beleuchtet die Wolken von oben. Ergriffen von dem Farbenspiel verfliegt die Zeit. Etienne schaut gemeinsam mit mir aus dem Fenster.
Für ihn muss das wohl alles noch unfassbar sein.

Bei der Kofferausgabe in Frankfurt schlägt “Murphys Law” wieder zu – denn wir sind mit die Letzten, die ihre Koffer auf den Trolly laden. Beim Warten stelle ich fest, dass das Band genau 2.03 Minuten für eine Rotation braucht. Dabei ist mir nicht aufgefallen, dass eine schwarze Adidas Tasche 17 Mal meine Augen passierte. Es war unsere Tasche. Ich war wohl noch nicht wirklich angekommen …

Ein gebrechlicher alter Mann scheitert kurze Zeit später bei dem Versuch, seinen Koffer vom Band zu heben. Als der Koffer seiner Hand entgleitet, will ein anderer ebenfalls älterer Herr ihm zu Hilfe eilen. Der Erste will seinen körperlichen Verfall wohl nicht so recht wahrhaben und greift nun erneut nach. Nun ziehen beide an dem Koffer. Der Gesichtsausdruck des Besitzers sieht alles andere als entspannt aus. HALLO DEUTSCHLAND!!

Am Meeting Point werden wir sehnlichst erwartet, denn die anderen Fahrgäste warten im Shuttle, das uns nach Hause bringen sollte, schon seit drei Stunden.

Sie waren eine Maschine früher von den Kanaren gekommen und in Köln gelandet. Per Bus kamen sie hierher nach Frankfurt. Warum sie nicht mit dem Zug nach Hause gefahren sind, erschließt sich mir nicht.

Den gewünschten, und zuvor telefonisch zugesicherten, Kindersitz finden wir wieder nicht vor …

Ich verbringe den Rest der Fahrt damit, den Anschnallgurt von Etiennes Hals fernzuhalten …Eine Arbeit, die mir einiges abverlangt.

Um 0:15 Uhr sind wir dann zu Hause. Schon bald wird der Alltag beginnen …

Gran Canaria – Tag 11 – Warten..nichts als warten….

Was soll ich sagen, wir sind noch immer hier …

Wie jeden morgen geht es zu erst zur Rezeption. Keine Info !

Nach zwei Anrufen bekommen wir die Aussage, dass nur wenige Kontingente verfügbar sind. Wir sollen uns bereithalten! Als Zeitfenster nennt man uns eine Stunde und dreißig Minuten.

Das heißt im Klartext für uns: Koffer packen – sprich klar Schiff machen.

Als es zwei Uhr ist, haben wir keinen Bock mehr zu warten.

Wir wagen das Risiko und fahren an den Strand. Wir halten das für kalkulierbar.

Am Pool abhängen, nein danke!

Leider ist es uns aufgrund des genannten Zeitfensters nicht möglich eine weitere Tour zu starten. Das Risiko, den Flieger zu verpassen, ist einfach zu groß.

Also fahren wir erneut an den Strand bei den Dünen. Das ist einfach am nächsten.

Dort verbringen wir zwei Stunden.

Wir genießen später noch bei der „Vecchia Trattoria Sorrento“ einen genialen Service. Es gibt frisch gepressten Orangensaft, Vanille-Eis mit heißen Himbeeren und Kaffee.

Ihr findet das Restaurant auf Höhe des Strandes in der Straße in Richtung Leuchtturm (am hinteren Ende).

Das Restaurant ist geziert mit typischen Bildern italienscher Baudenkmäler.

Man sitzt auf braunen Rattanstühlen mit weißen Kissen.

Ab 17:00 Uhr waren wir noch einmal im Pool baden …

Ein Anruf kam nicht!

Mal sehen, was morgen passiert.

Gran Canaria – Tag 10 – Tour in den Norden Gran Canarias

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Wir fühlen uns wie in einer Zeitschleife – und erinnern uns an Phil Connors, den spöttelnden TV-Wetteransager, dem es davor graut, seinen regelmäßigen Verpflichtungen nachzugehen. Und täglich grüßt das Murmeltier …

Auch für uns heißt es: jeden Morgen das gleiche Spiel.

Infos einholen, telefonieren, Mietwagen verlängern, einkaufen, bei Ankunft im Hotel erneut auf Infos hoffen …

Aktuell wissen wir nichts!

Seit genau zwei Tagen kam von Alltours kein Fax mehr in das Hotel. Alle Informationen seitens der Fluglinien, Preise für die verlängerte Unterkunft, Luftraumfreigabe usw. haben wir aus dem Internet, der lokalen Presse oder von anderen Urlaubern.

Hier herrscht ein reger Informationsaustausch. Inzwischen weiß ich, dass hier Niederländer, Briten, Franzosen, Belgier, Deutsche und Russen wohnen. Die Niederländer haben über Thompson gebucht, und zahlen satte 20€ weniger als wir.

Dank Englisch klappt die Verständigung abgesehen von heftigen Dialekten ganz gut.

Das Hotel ist Klasse. Alles ist sehr familiär und das komplette Personal ist ständig bemüht, uns mit Informationen zu versorgen.

Von José Carlos, dem Rezeptionisten erfahre ich, das in der Stadt Teror, in der wir heute waren, Mönche die wohl besten Cookies der Welt herstellen.

Leider haben wir das zu spät erfahren.

Die Ausgabe der Cookies erfolgt über einen Drehteller, der in eine Tür eingelassen ist. Somit kann der Wechsel zwischen den Cookies in den Euros stattfinden ohne, dass die Mönche gesehen werden.

Leider haben wir das zu spät erfahren. Vielleicht hätte ich ihn mal vor jeder Tour fragen sollen, ob er noch zusätzliche Informationen hat, die nicht im Reiseführer stehen … Ein andermal vielleicht.

Inzwischen haben wir 12.30 Uhr

Da seitens Alltours die Aussage kommt, das kein Flieger geht, entscheiden wir uns, dass wir eine neue Tour unternehmen.

Da wir den Norden von Gran Canaria bisher am wenigstens erkundet haben, entschließen wir uns, den Rest des Tages im Norden zu verbringen.

Die Fahrt führt zuerst über die GC 1 bis kurz vor „Punto del Palo“ in Richtung „Las Palmas“. Ein kleines Stück geht dann über die GC3. Auf der Höhe von Marrero kreuzen wir dann auf die GC 21 in Richtung Teror, dem Zielort der heutigen Tour.

Der Norden ist völlig anders als der Rest der Insel. Man ist wirklich versucht, sich die Frage zu stellen, ob man noch immer auf derselben Insel weilt.

Die blanken Felsen weichen blühenden Landschaften und die Straßen gleichen unseren Alleen im Frühling. Die Sonne kommt hier noch schwer durch die Wolken und den Dunst. Es ist deutlich kühler.

Das milde Klima kommt hier der Landwirtschaft zugute. Überall findet man bewirtschaftete Felder: Zitronenplantagen, Avocados, Guaven, Mispeln und Bananen gibt es hier zu entdecken.

Auf den kleinen Plateaus finden sich Bienenkörbe.

Auffällig ist der Baumbewuchs im Vergleich zum Rest der Insel. Leider findet sich auf den Straßen keine Möglichkeit für einen sicheren Stopp, um ein Foto einzufangen.

Typisch wie überall auf de Insel ist auch hier die Fahrweise der Einheimischen: Dicht auffahren, kurz Hupen und mit Tempo überholen, auch wenn es kurz vor einer Kurve ist.

Der Norden ist romantisch schön, zu gerne würden wir noch mehr sehen. Wollen. Aber leider ist unsere Abreise zu ungewiss, als sich Träumen für weitere Tage hinzugeben.

Schon bei der Ankunft in der „Teror“ ist klar, dass es sich hier um einen wundervollen, typisch kanarischen Ort handelt.

Alles wirkt ein wenig verschlafen. Kein lautes Hupen, kein Gedränge in den Straßen. An einer Kreuzung regelt ein Polizist den Verkehr.

Wir halten in einer schattigen Nebenstraße hinter der mächtigen Basilika.

Teror selbst ist überschaubar klein.

Die „Plaza del Pino“ ist erstaunlich ruhig. Hier und dort ein paar Touristen.

Drei Einheimische unter einem riesigen argentinischen Baum posieren für ein Foto.

Von den Dreien erfahre ich, dass wir unbedingt die Stadt „Arucas“ besuchen sollen. Allesamt deuten mit einer eindeutigen Mimik und Gestik an, dass die Kathedrale „bellissimo“ sein soll.

Einer von den drei schenkt uns Bonbons. Den Rest dessen, was die Drei erzählen, verstehe ich leider nur in Bruchteilen.

Ich deute aber viel. So erfahre ich, dass der Weg nach „Tejeda“ sehr kurvenreich sei – und dass viele Bauwerke hier in „Teror“ handwerklich sehr wertvoll sind. Dies versuchen sie sehr eindrucksvoll durch eine Geste zu verdeutlichen, die Meißelbewegungen andeutet.

Rund um die Basilika spiel sich wohl das leben ab. Hier und dort gibt es Cafés, die aber kaum besucht sind. Ob das wohl eine Folge des Vulkanausbruchs ist?

Die Basilika ist ein wahrer Schatz. Von außen unscheinbar, vermittelt sie von innen ihre liebe zum Detail.

Obwohl die Basilika zu dieser Zeit geschlossen hat, dürfen wir hinein.

Etienne scheint mal wieder gute Wirkung zu zeigen.

Um ehrlich zu sein, vermag ich das Innere nicht zu beschreiben, da ich keine treffenden Worte finde, die der Basilika gerecht werden.

Aber zum Glück ist die Fotografie ja ein gutes Mittel um Worte zu ersetzen.

(Also beachtet die Bilder genau, besonders die Liebe zum Detail.)

Unter einem der zwei großzügig Schatten spendenden Bäume setzen wir uns nieder, und genießen einen Moment der stille. Der Wind weht erfrischend, und die Sonne durchdringt nur mit Mühe die Wolken.

Gleich neben der Basilika zeigt sich die „Casa Consistorial“ einem Bau, der sich gut in die Kulisse integriert.

Unmittelbar vor der Basilika befindet sich das „Casa Museo Patronos De La Virgen“ einem der besterhaltenen traditionellen kanarischen Stadthäuser.

Ein Besuch ist sicherlich lohnenswert. Nur leider war an diesem Tag alles verschlossen.

Kurz dahinter befindet sich ein Brunnen, welcher über einige Treppen hinabführt. Leider führte dieser kein Wasser. Somit können wir nicht viel über die Wirkung sagen.

Vor der Basilika erstreckt sich die Innenstadt mit ihren alten Häusern, die alle traditionell in leuchtenden Farben gestrichen sind. Auffällig hier ist, dass fast alle Häuser einen wundervollen Holzbalkon tragen.

Nach einem Rundlauf durch die Stadt unterhält uns einer drei alten Männer noch eine gute halbe Stunde. Hier erfahre ich, dass er wegen seines Rückens nicht soviel verrichten kann. Auch, dass er ein Hörgerät hat.

Nach einen langen Verabschiedung fahren wir über die GC 42 in Richtung „Vega de San Mateo“ und fahren dort aus auf die GC 15 in Richtung „Santa Brigida“ einem Ort, der nach dem Reiseführer einen Besuch lohnt. Uns aber überzeugt sie nicht – und so fahren wir weiter.

Weiter geht es über die GC 4 und GC 3 auf die GC 1 in Richtung „Mogán“.

Im Hotel angekommen holen wir neuen Informationen ein, die aber auf dem gleichen Stand sind, wie 6 Stunden zuvor.

Als wir zum Abendessen gehen, ist ungewiss, wie es weitergeht …

Gran Canaria – Tag 9 – Fahrt nach Fataga & Besuch der Finca „Molina del Agua“

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Also, wie es aussieht, sind wir hier noch auf längere Zeit. Alltours ist bemüht, aber dem Ansturm nicht gewachsen.

Einige Touristen buchen inzwischen eigens ihre Flüge um – sei es direkt am Flughafen oder im nächsten Alltours Büro hier in Maspalomas.

Nach einem erneuten Anruf bei der Alltours Notfallnummer bekomme ich die Info, das dies, wie schon im Gespräch eingangs erwähnt, völliger Unfug sei, da alle Stunden neue Infos über die Fluglage durchdringen.

Dank Internet sind wir hier immer auf dem neusten Stand. Ich studiere die Wetterkarten, und Plane so entsprechend unsere Tage. Da wo Sonne ist, da geht die Reise hin.

Da wir jetzt schon den zweiten Tag verlängert hier sind, haben wir das Problem, dass die Klamotten sich dem Ende neigen.

Also mussten wir heute abermals in das Fara2 Center. Handwaschpaste, Getränke für unterwegs, was zum Naschen, Deo, Shampoo usw.

Ebenfalls mussten wir uns durch Playa del Ingles kämpfen, um bei der dort ansässigen „Top Car“ Autovermietung unsere Versicherung und Leihdauer unserem Aufenthalt anzupassen.

Danach ging es wieder ins Hotel. Inzwischen haben wir 12.00 Uhr. Keine neue Info. Erneuter Abruf bei Alltours, mit dem Ergebnis, das wir den Tag für uns haben. Wenn das jeden Tag so geht, dann nervt mich das jetzt schon.

Ein Blick in den Reisführer zeigt auf, dass entfernte Ziele nicht mehr machbar sind. Also wählen wir als Ziel „Fataga“. Ein kleines verschlafenes Dorf an der GC 60 nähe „Santa Lucia“ und „San Bartelome“.

Als Einstieg wähle ich die GC1 in Richtung „Las Palmas“ auf der Höhe von San Augustin wissen wir, dass wir von der GC 1 nicht auf die GC 60 kreuzen können. Also wechseln wir von der GC1 auf die GC 500 in Richtung „Mogán“ und kreuzen kurze Zeit später auf die GC 60. Hier sind 100 % Konzentration gefragt, denn die Verkehrsführung ist hier alles andere als eindeutig.

Die Fahrt entlang dem „Barranco de Fataga“ verläuft anfangs wenig spektakulär.

Vorbei führt die Fahrt an „Mundo Aborigen“ einem Freilichtmuseum, das die Tradition der Altkanarier anschaulich in nachgebauten Stallungen, Höhlen und steinernen Rundhäusern darstellt.

Den Besuch haben wir uns für später aufgehoben, da wir in der „Cueva Pintada“ schon viel erfahren konnten.

Von hier oben hat man einen wundervollen Weitblick bis hinunter nach Maspalomas mit seinen Dünen, die zu diesem Zeitpunkt aber recht diesig aussehen.

Langsam geht die Fahrt mit erlaubtem Tempo von 40 km/h die Serpentinen hinauf. Links fällt die Straße steil hinab, während wir zur rechten Seite haarscharf an den Felsen entlangfahren.

Auf der Mitte der Strecke passieren wir einen genialen Spot, welcher sich völlig unverhofft, aber eindrucksvoll präsentiert.

Wie aus dem nichts eröffnet sich eine schier grenzenlose Weitsicht in das innere Herz von Gran Canaria. Wir beide sind ungemein angetan von dieser Aussicht. Wir blicken hinab in einen zu beiden Seiten stark abfallenden Canyon, in dessen inneren es blüht und sich immer wieder kleinere Verwerfungen auftun. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf die Straße, die förmlich an den Bergen klebt.

Fataga stellt sich als Enttäuschung heraus. Daher lassen wir Fataga schnell hinter uns. Einen guten Kilometer später besuchen wir die Finca „ Molina del Agua“ welche sich schattig in einem Wald aus Palmen versteckt.

Der Rezeptionsbereich erinnert ein klein wenig an eine Farm in Afrika.

Am Eingang thront ein Totem in beachtlicher Größe.

Das Restaurant befindet ungefähr 100 Meter hinter dem Haupteingang leicht abseits umgeben von stattlichen Palmen.

Die Anlage ist liebevoll hergerichtet und erzeugt in ihrem Gesamtkonzept.

Das ganze Restaurant wird luftig überspannt von sonnendurchlässigen Strohbündeln.

Überall sind Fackeln, die am Abend sicherlich eine tolle Atmosphäre schaffen.

Gleich neben dem Barbereich befindet sich ein offener Holzgrill, auf dem zwei riesige Rumpsteaks saftig braun gebraten werden.

Wir ordern zwei Kaffe und sind erstaunt, dass der Kaffee frisch gemahlen wird. Das Aroma überzeugt auf Anhieb. Ermutigt durch den gelungenen Auftakt lassen wir die Karte kommen und bestellen typische kanarische Würste vom Grill und Ziegenkäse.

Als Gruß aus der Küche serviert man uns frisches gebackenes Brot und eine Knoblauchpaste.

Zum eigentlichen Essen serviert man noch Schnecken. Diese wurde in einem Sud aus Curry und Chili gedünstet und sind rech teigen im Geschmack und Konsistenz.

Da Saskia keine Schnecken isst, esse ich sie alle auf. Etienne probiert, lehnt dann aber dankend mit „buäh, schmeckt nicht“ ab.

Nach dem Essen sehe meine Hände aus wie die eines Kettenrauchers. Meine Fingerkuppen sind durch den Curry Fond völlig Gelb.

Die kanarischen Würste sind knusprig gegrillt und herzhaft im Geschmack.

Der Ziegenkäse wird in Dreiecken geschnitten zusammen mit Aprikosenmarmelade serviert. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Der herbe Geschmack von dem Käse und die leicht süße Marmelade harmonieren bestens.

Während sie Sonne scheint und der Wind leicht weht, verzehren wir unser Essen und erfreuen uns der gemeinsamen Zeit ohne Hektik und urbanen Einflüssen.

Sonntag muss auch hier auf den Kanaren der Tag sein, an dem sich alle treffen. Die Straße lebt förmlich von Motorradfahrern und Radfahrern.

Die Motorradfahrer geben auch hier bestens um sich frühzeitig in den Tod zu fahren. Während Saskia bei jeder Kurve damit rechnet, dass bald einer auf der Motorradhaube landet.

Da an diesem Tage nicht Zeit ist, machen wir nochmals einen Besuch an den Dünen bei Maspalomas.

Saskia und Etienne laufen entlang des Barranco, und ich wähle den direkten Weg durch die Dünen. Ich hoffe nochmals auf gute Fotos im kommenden Abendlicht.

Die Stille hier ist wieder ergreifend. Entlang des Weges raschelt es die ganze Zeit. Hier und dort flitzen die Echsen unter die dürren Büsche.

Gute 30 cm Kopf bis Schwanz messen die größten Exemplare.

Mir gelingt kein einziges Foto. Ich bin etwas frustriert.

Auch ertappe ich mich dabei, dass ich mich an vermeintliche Echsen heranschleiche, die sich aber als leblose Holzstücke entlarven.

Scheinbar verraten mich die über mir schwirrenden Vögel oder die Vibrationen im Boden.

Insgesamt bin ich aber mit der Ausbeute zufrieden.

Entlang des Strandes posieren noch einige Leute vor meiner Kamera.

Nach Austausch der E-mail-Adressen ziehe ich davon.

Bei der Ankunft im Hotel erfahren wir, dass erneut alle Flüge gestrichen sind.

Somit wissen wir, dass morgen alles wieder von vorne beginnt.

  1. Auto verlängern
  2. Alltours anrufen
  3. Bis 12.00 Uhr auf Infos warten
  4. Usw.

Man darf gespannt sein …