Feldberg

Feldberg November 2009

Feldbergtour in Bildern / Click for images

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Was lange wärt … Naja, bei uns lief‘s anders …

Nach endlosen Versuchen – und die gab es nämlich zu Haufe, haben wir es endlich geschafft.

Sebastian und ich haben den Versuch unternommen, auf dem Feldberg im Schwarzwald zu nächtigen …

Sebastian ist einer meiner besten Freunde und zugleich einer von den Menschen, die perfekt für so einen Trip sind.

Nun liegen wir also im Zelt und versuchen ein Auge zuzubekommen. Draußen stürmt es und der Regen wird immer stärker.

Was ich zu diesem Zeitpunkt einfach mal ausgeblendet habe. Im Zelt ist es stockfinster und ich versuche, mir noch immer den Regen schönzureden.

Irgendwann, ich war wohl gerade eingedöst, werde ich wach. Mein erster Gedanke „irgendwas stimmt hier nicht“.

Ich blinzele leicht verdutzt, während sich ein Wassertropfen ein Weg durch mein Auge bohrt. Verdammt!

Ich schalte hastig meine Kopflampe ein, und stelle mit Erschrecken fest, dass ich fast wie auf einer Luftmatratze im Zelt schwimme …

Wie es dazu kam? Nun, lest einfach weiter.

Der Tag beginnt unspektakulär mit einem unsanften Weckversuch um drei Uhr morgens. Irgendwie schaffe ich es dann und mühe mich aus dem Bett.

Kurz darauf stehe ich unten „startklar“ vor der Haustür und warte auf Sebastian. Kurze Zeit später ist er auch schon da.

Die Fahrt in Richtung Freiburg ist sicherlich eine schöne Strecke. Sofern man sie wahrnimmt. Ich habe aber nichts mitbekommen.

Nach gut einer Stunde palavern bin ich dann wohl mal wieder im Auto eingepennt. Das kann ich sehr gut! 🙂

Irgendwann, so gegen sechs, machten wir bei Mc Donalds einen Stopp. Nach zwei Bissen ging es dann auch schon weiter.

(So ungesund das Zeug auch sein mag, aber ab und an mag ich das dann doch mal …)

Unser Weg führt nun durch ein paar Serpentinen immer höher in Richtung Feldberg, der sich schon am Firmament abzeichnet.

Inzwischen ist es hell, und die Sicht ist dank der klaren Luft erstaunlich gut.

Kurz vor der Feldbergbahn machen wir noch Stopp beim LIDL und kaufen Wasser, was in meinen 70L Rucksack wandert.

In den Wagen wandern auch Instantkaffee, Schokoriegel, Obst, Käse, Wurst, Brot usw.

Gut bepackt und in dem Glauben, die Nacht auf dem Feldberg zu verbringen, parken wir das Auto unmittelbar unterhalb des Feldbergs auf einem Parkplatz.

Nach den ersten Metern in Richtung „Gipfel“ verfluche ich mal wieder das Gewicht, welches ich mir zugemutet habe.

Auf meinem Rücken lasten sicherlich 30 kg, die freudig darauf warten, noch oben geschleppt zu werden.

Nach gefühlten 30 Minuten merke ich das Gewicht aber kaum noch und steige hinter Sebastian hinauf.

Der Feldberg mit seinen 1493 Metern ist ein Berg, den auch mein Sohn besteigen könnte. Konditionell auf Kindergartenniveau.

Einzig das Wetter ist nicht ohne. Das Mittelgebirgsklima führt bei nebligem Wetter oft zu Orientierungsverlust – und aufgrund verminderter Sichtweite zu unvorhersehbaren Gefahren beim Abstieg.

Hauptgefahren im Feldberggebiet sind Wetterstürze – und im Winter ist abseits der Pisten die Gefahr von Lawinenabgängen.

Die Jahresdurchschnittstemperatur auf dem Feldberg liegt bei rund 3,3 °C. Die Temperaturschwankungen sind geringer als im Tal. Im Winter ist die Sonnenscheindauer aufgrund des niedrigen Kondensationspunktes sehr hoch.

Abseits des Weges finden wir noch reichlich Schnee. Der Wind wird immer stärker, während wir uns dem Gipfel annähren. Knapp unterhalb des Feldbergturms machen wir unsere erste Rast. Ich pumpe hastig ein Liter Wasser ab, in der Hoffnung, dass sich das nochmals Positiv auf das Gewichtsempfinden beim Tragen des Rucksacks auswirkt.

Wir nutzen den Spot für unsere ersten Fotos. Von hier oben haben wir einen traumhaften Ausblick auf die fast zum Greifen nahe wirkenden Hochalpen.

Wir halten uns nun leicht rechts und queren den Hauptweg, der hinab zum Feldsee führt.

Schmelzwasser hat Teile des Weges ausgeschwemmt, welche nun mit Holzbrettern provisorisch begehbar gemacht wurden.

Unser Weg führt uns nun in Serpentinen hinunter zum Feldsee. Beim Verlassen der offenen Gipfelfläche mit gefühlten -5 Grad wird es zunehmend wärmer. Der Weg verläuft durch einen moosbewachsenen Wald hinüber in einen reinen Nadelwald. Zwischenzeitlich blitzt immer wieder der Feldsee zwischen den Bäumen hervor – somit wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Leider sind wir noch immer nicht fündig für einen Platz zum Zelten geworden. Da Zelten offiziell verboten ist, suchen wir natürlich einen Platz abseits des Weges, wo uns kein Parkranger entdecken kann.

Beim Verlassen des Waldes kommen wir auf eine Schotterpiste, die hinunter zu See führt.

Der Feldsee ist glasklar und kleiner als ich ihn mir vorgestellt habe. Er wirkt idyllisch umschlossen von den umliegenden Ausläufern und Gipfeln des Feldbergs.

Wir genießen den Spot und machen Pause, während wir die Szenerie auf uns wirken lassen. Die Sonne wärmt verheißungsvoll, verschwindet aber ab und zu hinter Wolken. Daher sind die einmalig schönen Farbspiele der Sonne in einem nahegelegenen Baum leider nicht von Dauer.

Wir sind aber noch immer guter Dinge, und hoffen auf ein beständigeres Wetter.

Unser gewählter Weg führt uns nun rechts entlang des Feldsees in einer 180-Grad-Wendung um den Feldsee, und wir steigen gegenüber wieder in Richtung Feldberg auf. Ein Blick auf die Uhr lässt uns zu dem Entschluss kommen, dass wir unsere Suche nach einem Platz für die Nacht intensivieren sollten. Der erste Versuch führt uns in den Wald abseits des Weges hinein in eine kleine Lichtung. Leicht abfälliges Gelände und eine ebene Fläche sehen auf den ersten Blick ganz gut aus.

Aus Gründen der Vorsicht entscheiden wir uns aber gegen den Platz, weil er, wenn wir ihn schnell verlassen müssten, im Dunkeln zu viele Gefahren bei der Rückkehr mit sich bringt.

Weiter geht´s mit der Suche …

Der nächste Versuch führt uns links hinauf in Richtung einer Felsklippe.

Der Platz sieht zunächst gut aus. Mit einem Blick zurück bemerken wir aber, dass wir, sofern wir hier campieren würden, noch vom Hauptweg aus zu sehen wären. Wir bewegen uns noch etwas weiter hinauf in Richtung Fels. Der anfangs feste Weg wird nun immer nasser und es bilden sich erste Wasserlöcher, die wir umlaufen müssen. Mein Einwand, dass wir uns hier nicht niederlassen können, weil der Untergrund zu nass ist, findet Zustimmung und wir beschließen nochmals einen dritten Anlauf. Beim Rückweg laufen wir einen anderen Weg. Plötzlich merke ich, wie sich der Boden unter mir nachgibt. Ich sacke gute 20 cm in den Boden ein. Adrenalin macht sich in meinem Körper breit und ich denke sofort „Scheiße, ich stecke in einem Moor“.

Sachte wage ich einen Versuch, den anderen Fuß aufzusetzen und merke, wie der ganze Untergrund in Schwingungen gerät. Ich komme mir vor wie auf einem riesigen Trampolin. Ich bin der Artist, nur einer, der keine Ahnung hat. Ich beschließe schnell zu rennen, um das Gewicht schneller auf andere Stellen verlagern zu können. Und es funktioniert. Wabbelig wie auf einem Pudding, bewege ich mich wie in betrunkenem Zustand über die sumpfige Fläche. Gute 40 Meter später spüre ich wieder festen Boden unter meinen Füssen. Puh, das ging noch mal gut.

Knapp unterhalb des Feldberggipfels werden wir dann in einem Waldstück fündig. Wir finden einen passenden Platz für die Nacht, wenn auch nicht ideal. Der Boden fällt in einem geschätzten Winkel von fünf Grad ab. Wir errichten hier das Zelt, in der Hoffnung, dass, wenn Regen einsetzen sollte und Wasser in das Zelt eindringt, sich das Wasser nicht am Boden sammelt und nach unten abfließen kann. So weit die Theorie …

Während Sebastian das Zelt aufbaut, baue ich den Brenner auf und erwecke ihn zum Leben. Schnell kocht das Wasser und die erste Pasta kocht. Einfach, aber einfach herrlich und naturverbunden. Die ersten Regentropfen tröpfeln und Sebastian ist sich unsicher, ob wir hier wirklich bleiben sollten. Ich beschwichtige, während ich meine Funktionsjacke anziehe. Es ist plötzlich kalt geworden. Wir beide sitzen vor dem Kocher und trinken Kaffee. Still ist es geworden. Wir hören die lebendige Flamme des Brenners. Inzwischen haben wir es 17 Uhr und es ist schon stockfinster, als wir uns in das Zelt zurückziehen.

Erwähnenswert an der Stelle ist, dass wir hier beileibe nicht von einem Zelt sprechen können …

Ich packe mich in meinen Ararat erprobten Schlafsack, während Sebastian das Zwiebelprinzip wählt, und zwei Schlafsäcke kombiniert.

Wohl denn, gute Nacht……

Ich blicke mich im Zelt um. Mein Blick wandert im Kegellicht meiner Kopfleuchte durch das Zelt. Beim Anblick des Zelteingangs wird mir alles klar, als ich sehe, dass ein kleiner Wasserfall von oben herab durch das Zelt läuft. Meine Matratze hat gute fünft cm Höhe – zum Glück.

Ein „Fuck“ entspringt meinem Mund, während ich Sebastian wecke. Draußen stürmt es inzwischen gewaltig und der Regen malträtiert das Zelt. Hastig packen wir zusammen und beschließen den Rückzug. Glücklicherweise hatte ich vorgesorgt und habe alles dabei, um dem Regen seine Tour zu vermiesen. Ich verlasse das Zelt nach Sebastian in voller Montur – wasserdicht!

Sebastian dagegen kämpft in Jeanshosen und Windjacke gegen den Regen …

Da nur ich eine Kopflampe dabei habe, schicke ich ihn voraus und laufe keine 3 Meter hinter ihm, und erleuchte mit meiner Lampe den Weg durch Wald. Es ist dunkel, gewaltig dunkel, das Dunkel schluckt das Licht meiner Lampe fast völlig. Wir hasten über Stock und Stein.

Beim Verlassen des Waldes peitscht der Wind seinen Freund den Regen mit voller Härte auf uns nieder. Als wir am Feldberg Hotel ankommen, steht die komplette Straße gute 10 cm unter Wasser. Der Wind fährt nochmals alle Register auf, während wir das Auto erreichen.

Auf der Rückfahrt penne ich abermals ein, und erwache einige Kilometer vor Frankenthal. Beim Verabschieden beschließen wir, das zu wiederholen. Alles eine Frage der Zeit und Planung, denke ich..

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