Hiddensee 2009

Auf ein Wort…

Was für ein herrlicher Tag auf Hiddensee. Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel herab, das Meer rauscht und die Vögel geben ihr übriges, um die Kulisse zu komplettieren.

Was also gibt Schöneres, als über den Dornbusch zu Wandern!? Durch die Sonne ausgedörrt, brennt in mir der Wunsch nach Harmonie, was mich mich zu dem Entschluss bringt, meiner Gier nachzugehen und diese mit einem Eis zu befriedigen. Schon auf dem Wege zum Klausner – einer Gaststätte auf dem Olymp von Hiddensee – wird meine Phantasie beflügelt in Sachen Eiskultur. In mir reift der Wunsch nach einem Eisbecher der der Insel und dem Wetter gerecht wird. Was also liegt da näher, als ein Sanddornbecher?

Endlich beim Klausner angekommen, bestelle ich – ohne in die Karte gesehen zu haben sofort in freudiger Erwartung den Sanddornbecher. (Was sich als großer Fehler herausstellen sollte.)

Ich sitze also vor dem Restaurant und blicke etwas verträumt in die Runde. Um mich herum ein Schilderwald aus Angeboten. Es sitzen um mich herum noch drei weitere Gäste, die wild gestikulieren. Ich denke mir meinen Teil und träume von meinem Eis. Noch in den Gedanken versunken, überrascht mich der Kellner mit meinem bestellten Eisbecher und einem Latte Macchiato, den ich mitbestellt hatte. Ich öffne meine Augen und blicke als erstes auf einen Berg aus Sahne. Mein erste Gedanke: „Habe ich einen Sahnebecher bestellt?“

Im rechten Augenwinkel sehe ich noch den Kellner verschwinden, denn ich hänge nun sowohl gedanklich als auch visuell auf meinem Eisbecher.

Leider wird meine Erwartungshaltung schnell enttäuscht, denn das, was sich mir nun offenbart ist eine Zumutung. Mal abgesehen von dem Berg Sahne entdecke ich etwas höchst Bemerkenswertes.  Ich richte meinen Blick auf eine Substanz, die ich von der Konsistenz her einem Gelee zuordnen würde, immerhin so ähnlich wie sanddornfarben.

Was zum Geier habe ich denn da bestellt? Ein Blick in die Karte offenbart mein Debakel:

offeriert wird der Sanddornbecher mit Sanddorngelee. Tolle Sache….

Mal abgesehen davon, das Eis und Gelee schon pervers genug ist, toppt der Geschmack noch die Zusammenstellung. Wie wir alle wissen, ist Sanddorn keine Frucht der Südsee, die durch einen angenehm süßen Geschmack dem Gaumen schmeichelt. Bei diesem Gelee krümmt sich meine Zunge – vor Säure. Wenn sauer wirklich lustig macht, dann lache bis zum Ende der Woche, wenn nicht noch länger. Warum tut man so was seinen Kunden an??

Enttäuschung macht sich breit. Die Freude weicht dem Frust.

Dass außerdem der Kaffee mehr nach Wasser als nach Kaffee schmeckte, fällt dann kaum noch in Gewicht.

Zum Schluß bleibt nur die Hoffnung auf Besserung – und diese sollte am besten gestern einsetzen, denn sonst sehe ich die Sache aus gastronomischer Sicht böse enden.

Hier also mein Vorschlag:

Sanddorn frisch ernten und als Sirup mit ein wenig Honig einkochen. Den nun neu gewonnen Saft als Basis für den Eisbecher verwenden. Toppen kann man den Saft nur noch mit ein wenig Sanddorn als Einlage. Die Sahne dezent aufsetzen und mit einem Schuss Sanddornlikör verfeinern. Sowas hätte ich erwartet.

Mal sehen, was das nächste Jahr so mit sich bringt.

cheers,

Vadim

5 thoughts on “Auf ein Wort…

  1. Ich glaub der Klausner wird es nie lernen, oder will es auch nicht. Wer schließlich zum Dornbusch marschiert will sich auch stärken und ihm bleibt nichts anderes übrig als zum Klausner zu gehen, da ist ja auch nichts weiter. Also wird sich dann dort einverleibt was einem die Nase gesetzt wird und das natürlich zum Sonderpreis, das heißt Preise nach Hamburger Niveau. Mich wundert es das, das Gästeklo noch nicht für alle bezahl pflichtig ist. Da könnte man so viel Geld mit verdienen wenn die Silberlocken den holprigen Weg mit der Kutsche hochgefahren werden und die Blase schön geschüttelt wird und es schon fast aus den Augen wieder raus kommt.

  2. … wie ich dich beneide !!!
    Wie gern wäre ich auch mal wieder auf Hiddensee, ich habe es nur noch ganz schwach in Erinnerung. Als Kind und Jungendliche war ich jedes jahr in Schaprode auf dem Campingplatz. Es war eine sehr schöne Zeit, ich habe die Liebe zur Ostsee damals entdeckt.

    Ich wünsche dir noch ein paar unbeschwerte Tage und speicher alles, nicht nur auf der Kameraspeicherkarte.
    Lass dir die Laune von einem sauren Sanddornbecher und einem dünnen Kaffee nicht verderben. 😉

  3. Hi,

    Ja Ja die Insel Hiddensee 🙂 Ich verliebe mich jedes Jahr aufs neue.
    Die ersten Erinnerungen, die sich gesetzt haben, sind die von meiner Oma und ihrer legendären Heringe.
    Noch 1 Tag…. :((

  4. Mojensen,

    du, als erlesener und gelernter 5-Sterne-Gourmet-Koch, hättest dem Lakeien in der Küche den ganz grossen Löffel quer in den Culus stecken sollen um dann selbst, von des Meisters Hand, aus erlesenen Zutaten ein leckeres Eis zu kredenzen, was dieser schönen Insel und dem geneigten Besucher dieses Etablissements würdig gewesen wäre! :0)

    Laß Krachen Alter!!

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