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Südafrika – Tag 2 – Mietauto & uShaka

Guten Morgen Afrika!

Die erste Nacht auf dem afrikanischen Kontinent endet für uns beide mit einem Weckruf der Rezeption um neun Uhr morgens.

Noch leicht verpennt schleppen wir uns zum Frühstück. Mit dem Fahrstuhl geht es ins Erdgeschoss und von dort nach Links in den Speisesaal.

Nach dem ausgiebigen Frühstück starte ich den ersten Versuch, die hier ansässige Vertretung von Hertz Car zu erreichen. Das klappt auf Anhieb.

Ich vereinbare einen Termin für 11 Uhr. Wir sind gespannt.

Wir nutzen das Warten, um alles herauszusuchen, was wir brauchen, um hier unser gebuchtes Auto anzumieten.

Kurz vor 11 Uhr klingelt das Telefon, und es meldet sich die Rezeption mit dem freundlichen Hinweis, dass Hertz Car da wäre. Yeah !

Unmittelbar danach treffen wir Hluphizwe von Hertz Car, der nur kurz nach dem „Voucher“ fragt, und uns dann mit ins nächste Hotel nimmt, wo die hier ansässige Autovermietung von Hertz Car ist. Hier schließen wir noch eine zusätzliche Versicherung ab und erbitten weitere Straßenkarten und allgemeine Hinweise.

Ganz nebenbei erfahren wir, dass unser gebuchtes Auto nicht zu Verfügung stehe.

Prima.

Man hätte aber entsprechenden Ersatz – und das ohne Aufpreis.

Anstatt des gebuchten Zweitürer VW Polo bekommen wir einen Viertürer VW Polo.

Guter Deal J

Ich schildere unseren geplanten Routenverlauf und erwähne, dass wir ab Durban bis nach Kapstadt kein festes Hotel mehr gebucht hätten. Vielmehr haben wir die Absicht, uns treiben zu lassen – ohne Zeitdruck und festes Tagesziel und ohne unbedingt ein vorab gebuchtes Hotel zum Einchecken erreichen zu müssen.

Jetzt verläuft das Gespräch schon fast freundschaftlich, denn wir sind nun keine typischen Touristen mehr.

Mit drei weiteren Straßenkarten und Kilometerangaben zwischen den einzelnen Städten, sowie vielen weiteren Tipps und Hinweisen nehmen wir unser Auto in Empfang: einen viertürigen weißen VW-Polo. Das Erste, was wirklich überrascht, ist der zu unserer Freude so groß dimensionierte Kofferraum.

Das Platzangebot im Innenraum wird auch meiner Körpergröße gerecht. Perfekt!

Hluphizwe fragt noch, ob er uns zum Hotel zurückbringen solle. Der Weg wäre ja nicht ganz so leicht so finden. Ich lehne dankend ab.

Ich bin der geborene Navigator. Zumindest hat das immer gut funktioniert. Egal wo wir waren. Saskia ist der Driver und ich der Map-Guide.

Südafrika hat Linksverkehr. Also ist das erste Hindernis, was es zu überwinden gilt, dass das Lenkrad auf der „falschen“ Seite ist …

Generell präge ich mir immer spezielle Merkmale ein. Als Erstes die größten Gebäude wie z. B. einen Dom, Hochhäuser, Bürokomplexe, die man zweifelsfrei wiedererkennt.

Als Nächstes folgen markante, einprägsame Hinweise an wichtigen Straßenkreuzungen sowie, sofern vorhanden, Märkte oder spezielle Strände in der Nähe. Somit habe ich dann eine virtuelle Geländekarte in meinem Kopf, die es mir ermöglicht, uns immer wieder nach Hause zu führen, wenn wir von einem Tagesausflug kommen.

Saskia startet den Motor – und los geht es. Ich weise den vermeintlichen Weg und führe uns ca 20 Minuten durch die Gegend, in dem Glauben, das Hotel zu finden.

Fehlanzeige.

Mit über 3,1 Millionen Einwohnern ist Durban die größte Stadt der Provinz Kwazulu-Natal und nach Johannesburg die zweitgrößte Stadt Südafrikas.  Die Stadt liegt an der südöstlichen Küste Südafrikas: begrenzt im Osten vom Indischen Ozean und im Westen die Drakensberge mit Gipfeln von über 3000 Meter Höhe.

Während das Hinterland vor allem aus Savanne besteht, herrscht an der Küste ein feuchtes, subtropisches Klima vor. Die Jahresniederschläge betragen etwa 1000 mm und fallen vor allem im Sommer, der sehr heiß wird. Das Klima von Durban als Küstenstadt wird vom warmen Wasser des Agulhas-Stromes beeinflusst, der von Mosambik die Küste entlang nach Süden verläuft.

Schwarze Afrikaner machten 63,8 % der Bevölkerung aus, gefolgt von Asiaten, hauptsächlich indischer Abstammung mit 19,9 %, Weißen mit 9,0 % und den sogenannten Coloureds mit 2,8 %. Die größte ethnische Gruppe sie die Zulu; 63 % der Einwohner sprechen isiZulu als Muttersprache. Neben 30 % Englisch wurden die anderen Sprachen Südafrikas nur von kleinen Gruppen gesprochen.

Eine ganze Stunde später ist Saskia nervlich am Ende. Wir haben uns gnadenlos verfahren. Ich bin wirklich DER MAP GUIDE!

Wir finden uns kurz darauf unter einer Brücke wieder, hier und dort brennt eine Tonne, Müll fliegt herum, heruntergekommene Hütten komplettieren die Szenerie. Das ist nun also unser Ersteindruck von Afrika.

Ich schaue gespannt und neugierig aus dem Auto. Hier sind wir die einzigen Weißen. Das befremdet ein wenig. Weiter geht es.

Kurze Zeit später führe ich uns auf einen zweispurigen Highway, der leicht bergauf führt. Palmen säumen den Wegesrand.

Für Saskia ist das alles in diesen Minuten zu viel. Sie fängt an zu weinen und gibt ihren Unmut deutlich zu erkennen. Das anfängliche Weinen schlägt kurz drauf in Hysterie um. Ich höre zu, und versuche sie zu beruhigen – was mir allerdings nicht gelingt.

Irgendwann wird mir das zu viel. Ich brülle sie an: „Jetzt halt doch mal deine Fresse, ist doch nicht zum Aushalten“. In den Sekunden danach herrscht eine gespenstische Ruhe im Auto.

Ich sehe zu ihr herüber und mache ihr klar, dass ich noch immer Herr der Lage sei – und uns jetzt nach Hause bringe.

Den eben noch erklommenen kleinen Hügel geht es jetzt wieder herunter.

Wir nähren uns der Skyline von Durban. Meine Augen suchen wie ein Adlerauge nach vertrauten Punkten zum Navigieren. In weiter Ferne erkenne ich unser markantes Nachbarhotel wieder, was dank seiner imposanten Größe und Architektur nicht zu übersehen ist.

Ich habe ein Ziel. Keine 15 Minuten später steht das Auto sicher in der Tiefgarage des Hotels. Ich bin eben doch der Map-Guide.

Auf dem Zimmer besprechen wir, was wir den Rest des Tages unternehmen. Saskia will heute kein Auto mehr fahren … was ich verstehen kann.

Zum Herunterkommen schlage ich vor, dass wir den Pier erkunden und die nähere Umgebung. Das findet Gefallen.

Beim Verlassen des Hotels, das direkt am Strand liegt, bekomme ich vom Portier noch den Hinweis, dass alles, was links vom Hotel ist, sicher für Touristen – während alles rechts vom Hotel unsicher sei.

Wie jetzt? Das will ich genauer wissen.

Ich erfahre, dass auf der rechten Seite ein schäbiges Viertel sei. Mit viel Kriminalität, Puffs und zugehörigen Nutten sowie Drogensüchtigen.

Nettes Gegend. Ganz wie in Hamburg der Kietz, spaße ich mit ihm.

Ich bedanke mich für den Hinweis und kurz drauf sind wir beide am Pier und beobachten die Surfer. Mächtige Wellen machen hier den im Moment stattfinden Wettkampf zum echten Spektakel.

Der Pier hat eine geschätzte Höhe von vier Metern. Keiner der Surfer paddelt vom Ufer ins offene Meer. Die Verrückten springen mit ihren Boards direkt vom Pier in die Wellen und tauchen dann unter den brechenden Wellen durch. Genial anzusehen. (Foto im Album)

Unterhalb des Piers sitzen drei schwarze Jugendliche stolz vor ihren Sandfiguren. Ich deute an, dass ich sie gerne fotografieren möchte. Stolz posieren sie vor ihren Werken – und ich bin ein paar Rand ärmer, aber dafür auch um ein paar Bilder reicher.

Lustige Typen.

Zurück im Hotel verstaue ich die Kamera Ausrüstung sicher in meinen Rucksack. Denn wir sind gut in der Zeit, und wir beschließen uns noch zu einem Besuch im uShaka Marine World (http://www.ushakamarineworld.co.za/).

Wir begeben uns nach rechts. Alle 3 Minuten ein Stopp: nein, wir wollen nichts kaufen, und nein, wir wollen auch in keiner Rikscha fahren.

Die Jungs sind alle hartnäckig, aber nicht aufdringlich. So empfinden wir dieses Zusammentreffen durchaus spannend.

Gute 10 Minuten später sind wir am uShaka angekommen.

Die ganzen Aquarien sind im Bauch eines Schiffes eingelassen, das so hergerichtet wurde, dass man meint, es wäre hier schon vor Jahren gestrandet. Das Ganze hat die typischen Merkmale eines dümpelnden Schiffes, wie z. B. Roststellen und ein allgemein marodes Erscheinungsbild. Hier hat jemand echt gute Arbeit geleistet; wir sind sehr angetan.

Die Aquarien im Inneren sind der Wahnsinn. Solche gewaltigen Dimensionen und solchen Artenreichtum haben wir beide noch nie gesehen. Eine Vielzahl von Haien und Schildkröten sowie Rifffischen ist hier zu beobachten. Die Haie sind gute 3-4 Meter lang und schwimmen anmutig ihre Bahnen. Der Boden ist mit Stahlplatten und abwechselnd mit Holzdielen oder schwarz-weiß marmorierten Fliesen ausgekleidet, die Wände schmücken Warn- und Infotafeln. Die Decken sind teils aufgerissen und suggerieren den baldigen Zusammenbruch der Oberen Decks. Im Hintergrund tönt das Echolot und in jeder Ecke hört man es tropfen und knacken. Die Kulisse ist super umgesetzt und begeistert auch nachhaltig.

Mit Joe dem „Shark-Boy“ wechseln wir noch ein paar Worte. Er ist zuständig für das Wohl der Haie und organisiert auch die Tauchgänge in das Haibecken. Dafür ist es aber leider zu spät. Schade!

Auf dem Weg zum Hotel tauschen Saskia und ich uns rege über das Erlebte aus. Ein schöner erster Tag neigt sich dem Ende …

Im Hotel angekommen fällt mir sofort die Hektik auf. In der hinteren rechten Ecke des Empfangs Bereiches sitzt ein älterer Herr, der bleich wie eine Kalkwand mit starrem Blick nach Luft ringt.

Vom Portier erfahre ich, dass er kurz zuvor überfallen wurde. Zwei Angreifer haben ihn mit einer Machete bedroht und komplett beraubt.

Wir sind also gewarnt und beschließen, unsere Taktik zu ändern. Wertsachen ganz oder gar nicht zur Schau zu tragen. Papiere und Pässe bleiben im Hotelsafe und das Bargeld ist nur für den Tag ausgelegt.

Den Abend lassen wir in einem Restaurant neben dem Hotel ausklingen.

Ich esse einen hier typischen, indisch beeinflussten Lammeintopf und einige Glas Castle Bier und Saskia Fisch und Wein.

Wir sind auf morgen gespannt …

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