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Südafrika – Tag 13 – Cape of Good,Hope Simons Town,Wein Route, Chapman’s Peak Drive

Der gestrige Tag steckt noch in den Knochen. Und die Sonne hat bei Saskia ihre Spuren hinterlassen. Saskia, die normalerweise eine Haut wie Leder hat, kann einen guten Sonnenbrand am Rücken aufweisen. Bei mir zeichnet sich das Tragen von Kopftuch und Sonnenbrille im Gesicht deutlich ab.

Die Sonne hier ballert ziemlich gut.

 

Nach dem Frühstück ging es mit dem Mietauto nach Gaansbai. Tagesplan war, dass ich eine Tauchtour mit dem weißen Hai unternehme, natürlich, wie es so üblich ist, im schützenden Käfig.

In Gaansbai angekommen, entpuppt sich der Ort ein wenig als ein kleines verschlafenes Fischernest.

Der Geruch von Fisch dringt bis in das Innere des Autos, und ich habe das Gefühl, meine Klamotten würden den Geruch aufnehmen.

In der Einfahrt hinunter zum Hafen machen wir einen kurzen Stopp an einer Holzhütte, die als Touristeninformation dient. Auf meine Frage, wo denn die Boote für die Ausflüge zu den Haien wären, erwidert die Dame, dass heute keine Schiffe hinausfahren würden, weil zu viel Wind wäre.

Na prima, das nenne ich Pech!

 

Beim Rückwärtsfahren setzt Saskia das Auto über einen nicht sichtbaren Stein, der als Absperrung dient. Das Auto macht einen gewaltigen Satz, ich rammle mir darauf den Kopf am Seitenfenster.

Der Stein ist gute 30 x 30 cm groß, den haben wir so eben einmal überrollt.

Ein Blick unter das Auto zeigt einen großen Fleck, der aber geruchlos ist.

Zuerst tippte ich auf die Ölwanne, ein Check-in einer Werkstadt bringt dann endlich Klarheit: Kondenswasser der Klimaanlage, nichts Schlimmes.

 

Ok, also umplanen. Was für morgen geplant war, machen mir nun heute.

Der Weg führt uns vormittags nach Franschhoek einer Provinz am West Kap mit etwa 3400 Einwohnern.

Der Weg über die Wein-Route führt uns vorbei an Feldern und Weinhängen, soweit das Auge reicht.

Die heute tief hängenden Wolken hüllen die umgebende Drakenstein Gebirgskette völlig ein. Wir sind abermals überwältigt von der Vielfalt im südlichen Afrika.

 

Franschhoek hat auf Anhieb Charme. Eine Kirche bildet den Mittelpunkt. Hier spielt sich alles Leben ab. Überall finden sich kleine Geschäfte mit allerhand Devotionalien.

Wir besuchen ein Weingut, auf dem riesige Bäume den Weg säumen. Wenn ich nicht wüsste, dass ich Afrika bin, dann könnte ich auch gut in der Pfalz sein.

In den Gipfeln über uns springen schwarze, im Vergleich zu unseren, riesige Eichhörnchen durch die Wipfel.

Überall blüht es in allen mir bekannten Farben. In der ganzen Stadt finden sich kleine Oasen der Ruhe, die zum Entspannen einladen.

Hier lässt es sich wohlfühlen. Wir bummeln durch die Stadt und besuchen die von außen unscheinbare Kirche, die im Inneren mit einer fantastischen Orgel aufwarten kann.

An der Decke hängen Kronleuchter, die dem Raum ein passendes Licht verleihen und zugleich die hölzernen Deckenelemente gekonnt ausleuchten. Ein Besuch des Gotteshauses lohnt also auf jeden Fall.

 

Um kurz vor ein Uhr verlassen wir Franschhoek in Richtung Kapstadt mit dem Ziel Simons Town.

Über die R45 / R 310 sind wir kurze Zeit später in Simons Town.

 

Die Stadt ist malerisch in der Fals Bay gelegen. Viele der Häuser hier sind älter als 170 Jahre und im viktorianischen Stil gehalten.

Etwas weiter südlich von Simons Town liegt Boulders Beach, einer der schönsten Strände der Kap-Halbinsel.

Foxy Beach und Boulders Beach haben beide die Besonderheit, dass man hier Brillenpinguine beobachten kann.

Direkt am Boulders Beach befindet sich ein Touristenzentrum, über welches man in den Table-Mountain-National-Park gelangt.

Zwei Stege schützen die Pinguine vor zu engen Kontakt mit den Besuchern.

Es ist herrlich, die watschelnden Pinguine in natura zu beobachten.

Die Bucht, in der die Pinguine leben, ist gesäumt von riesigen, vom Meer rundgewaschene Felsen, die wie Ausläufer einer Moräne aussehen. Die über 500 Millionen Jahre alten Granitsteine bilden eine unvergessliche Kulisse.

Auf den gewaltigen Felsen tummeln sich Pinguin-Familien. In kleinen Gruppen verteilt bevölkern sie den Strand zusammen mit Einheimischen.

Der Blick hinaus offenbart uns ein fabelhaftes Panorama der Kap-Halbinsel, die in einer Dunstschicht nahezu verschwunden scheint.

Gigantisch!

 

Um kurz vor 16:00 Uhr verlassen wir den Boulders Beach in Richtung Kap der Guten Hoffnung.

Heute ist uns kein Sonnenschein gegönnt. Die Wolken scheinen uns zu folgen, denn am Kap sieht es ähnlich trist aus. Kein richtiges Licht. Alles wirkt diesig und wolkenverhangen.

Das Kap selbst ist ein Naturschauspiel, was seines gleichen sucht.

Der Weg hinauf auf die Klippen laufen wir zu Fuß, da die Bahn nur mit einer Wartezeit von sicherlich 30 min nutzbar wäre. Eine gute Entscheidung, denn so kann ich wunderbare Bilder machen, die mir bei einem Blick aus der Bahn verloren gegangen wären.

Vor uns das schier nie enden wollende Meer, und hinter uns die Gebirgsketten, die Kapstadt umschließen.

Während die Sonne langsam beginnt, den Tag an den Abend zu übergeben, rufe ich mir Kindheitserinnerungen hoch. Ich muss an die Geschichte vom Fliegenden Holländer denken, der verdammt ist, auf allen sieben Weltmeeren herumzuirren.

Wir beide wissen, wo wir hingehören, ein wundervolles Gefühl.

Um uns herum kabbeln diverse Echsen und Vögel um die Vormacht, denn die Touristen hinterlassen hier ihre Brotkrümel. Ein lustiges Schauspiel.

 

Um kurz vor 18:30 beginnen wir die Rückreise nach Somserset West über den Chapmans Peak Drive, der zu einer der schönsten Küstenstraßen der Welt gehört.

Die nun folgende Strecke hat 117 Kurven auf 9 km Länge und gigantische 180-Grad-Panoramen.

 

Was soll ich sagen, es ist ein Traum. Die Fahrt führt uns eng an der Felswand entlang am Meer. Das Licht der untergehenden Sonne verzaubert die Kulisse im Minutenrhythmus.

Ständig wechseln die Farben ihre Intensität über das ganze Farbspektrum.

Das Meer funkelt wie ein Diamanten-Dekolletee. Kurze Zeit später entschwindet die Sonne hinter den Bergen, und ihre letzten Sonnenstrahlen für diesen Tag brechen sich ein letztes Mal für uns auf dem Wasser und den Felsen, die nun dunkelrot schimmern.

Auf der ganzen Strecke finden sich viele Parkbuchten, die zum Picknicken einladen. Ich nutze sie aber zum Fotografieren. Zu gerne würden wir die Strecke nochmals fahren, dann aber mit einer Flasche Rotwein … Was für eine traumhafte Kulisse …

 

Angekommen im Hotel sind wir noch immer stark berührt und lassen den Abend gebührend ausklingen. Morgen wollen wir an die Victoria and Alfred Waterfront und in das Two Ocean Aquarium.

 

 

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